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Woher kommen die Einfälle? An einem Märztag des Jahres 1944 schneite es in Stockholm, und als ich abends am Vasapark entlangging, lag dort Neuschnee auf dem vereisten Gehsteig. Ich rutschte aus, verstauchte mir den Fuß ganz böse und musste längere Zeit liegen. Um mir etwas Kurzweil zu verschaffen, begann ich, die Pippi-Geschichten im Stenogramm festzuhalten. Ich schreibe auch heute noch alle meine Bücher zunächst in Kurzschrift nieder. Im Mai 1944 sollte Karin ihren 10. Geburtstag feiern, daher setzte ich mir in den Kopf, die Pippi-Geschichten ins Reine zu schreiben und meiner Tochter das Manuskript zum Geburtstag zu schenken. Gleichzeitig setzte ich mir in den Kopf, den Durchschlag einem Verlag zu schicken. Nicht etwa, weil ich auch nur eine Sekunde daran glaubte, man werde Pippi in Buchform herausbringen, aber dennoch! Pippi hatte mir selbst recht zugesetzt, und ich erinnere mich, dass mein Brief an den Verlag so endete: "In der Hoffnung, dass Sie nicht die Jugendfürsorge alarmieren ..." Nun ja, schließlich hatte ich doch selbst zwei Kinder, und was sollte aus denen werden bei einer Mutter, die solche Bücher schrieb! Genau wie ich es mir vorgestellt hatte, bekam
ich das Manuskript zurück, aber in der Zwischenzeit hatte ich ein
weiteres Buch geschrieben. Denn nun hatte ich gemerkt, wie viel Spaß
das Schreiben macht. Es war ein Mädchenbuch geworden: "Britt-Mari
erleichtert ihr Herz". Ich schickte es an den Verlag Rabén
& Sjögren, der 1944 einen Mädchenbuch-Wettbewerb ausgeschrieben
hatte. Und das Wunder geschah. Ich erhielt in diesem Wettbewerb den
zweiten Preis. Mehr habe ich mich wohl nie gefreut als an jenem späten
Herbstabend des Jahres 1944, an dem ich diese Nachricht erhielt. Im
folgenden Jahr, 1945, gab es beim selben Verlag einen Wettbewerb für
Kinderbücher. Ich schickte das etwas abgeänderte Pippi-Manuskript
ein. Und ich bekam den ersten Preis dafür.
Die Sache war in Fluss gekommen. Pippi wurde ein Erfolg,
obwohl es viele Leute gab, die von dem Buch schockiert und außerdem
überzeugt waren, nun würden bald alle Kinder sich wie Pippi
gebärden. "Kein normales Kind isst bei einem Kaffeekränzchen
eine ganze Torte auf", lautete eine der empörten Zuschriften.
Das stimmt. Und welches normale Kind könnte wohl mit gestrecktem
Arm ein Pferd hochheben! Aber wer das kann, der kann bestimmt auch eine
ganze Torte auf einmal in sich hineinlöffeln. Astrid Lindgren über Astrid
Lindgren
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